Wie benutze ich eigentlich…eine WIMPERNZANGE?

Es gibt Produkte, die man testet und danach nie wieder verwendet. Und dann gibt es Produkte, ohne die kann man nicht mehr leben, nachdem man sie einmal gebraucht hat. Letzteres ist bei mir mit der Wimpernzange der Fall. Ich benutze sie noch nicht lange, eigentlich erst nachdem ich mein erstes und bisher einziges Lash Lifting hatte. Ich habe zwar keine geraden Wimpern, sondern einen natürlichen mittleren Schwung, aber an das Ergebnis nach der chemischen Behandlung in der Browery kommt er nicht ran. Bei weitem nicht. Da ich es bisher nicht geschafft habe das Treatment zu wiederholen, müssen die widerspenstigen Härchen manuell gebogen werden – für mich macht es mittlerweile einfach einen riesigen Unterschied. Auch wenn ich danach keine Mascara auftrage, meine Wimpern müssen, um es mit PatrickStarrrs Worten zu sagen ‚up to Jesus‘ gecurlt sein bevor ich das Haus verlasse. Mittlerweile habe ich den Bogen raus (ha, raffiniertes Wortspiel), ich kann mich allerdings auch noch an meine Teenagerjahre erinnern und an meine ersten traumatischen Momente mit dem Metall-Konstrukt, mit dem wir doch sehr nahe am Auge rumhantieren. Was ich seither gelernt habe, warum ich nicht mehr auf meine Wimpernzange verzichten kann und was es bei der Auswahl zu beachten gilt, habe ich heute für euch zusammengefasst. Außerdem gibts einen Hack und eine kleine Anekdote aus meiner Jugend. Dran bleiben lohnt sich also.

Warum eine Wimpernzange benutzen?

Nun, natürlich muss man keine Wimpernzange benutzen, vor allem nicht, wenn man von Natur aus bereits tolle, geschwungene Wimpern hat. Sich einen Schritt in der Früh zu sparen, ist niemals eine verkehrte Sache. Wer allerdings nur leicht gebogene oder vollkommen gerade Wimpern hat, der ist mit einer Wimpernzange gut beraten. Sie sorgt nämlich – richtig angewandt – dafür, dass der Blick wacher und die Härchen länger sowie aufgefächert wirken. Färbt ihr die Wimpern on top, braucht ihr im Grunde nicht einmal mehr Mascara. Wollt ihr die Härchen trotzdem tuschen, benötigt ihr kaum Produkt, da die Wimpern bereits von alleine super dicht, lang und voll wirken – perfekt also für einen ganz natürlichen Tageslook. Wer sehr störrische Wimpern hat, kann es im Anschluss mit einer wasserfesten Mascara versuchen, da sie den Schwung besser hält und ein zu schnelles Absacken verhindert.

© instagram.com/tweezerman/

Woran erkenne ich die richtige Wimpernzange für mich?

Wimpernzange ist nicht gleich Wimpernzange. Es lohnt sich in jedem Fall in ein hochwertiges Produkt zu investieren. Wer hier auf Qualität setzt, wird zudem merken, dass das Endergebnis schöner wird und zudem länger hält. Aber was sind die genauen Kriterien?

Im Grunde sehen die verschiedenen Zangen doch alle recht gleich aus. Naja – jain.

Als erstes ist es wichtig, dass die Zange ein dickes und abgerundetes Silikon- oder Gummikissen besitzt, damit das Haar nicht geschädigt wird oder gar bricht. Hier ist es von Vorteil, wenn beim Kauf gleich Ersatzkissen dabei sind, warum, erkläre ich im nächsten Schritt. Wer empfindlich ist, sollte zudem auf ein Allergiker-freundliches Metall achten, um Irritationen des Auges zu vermeiden.

Darüber hinaus, sollte eine Wimpernzange einen stabilen Eindruck machen, sprich: die Einzelteile müssen alle fest miteinander verbunden sein und während des Benutzens nicht wackeln – der erste Indikator für eine schlechte Verarbeitung. Besonders robust sind Edelstahl-Modelle.

Abschließend ist noch die Form der Zange ausschlaggebend. Dabei ist eine ergonomische Form, mit der man dicht an das Auge herankommt, wichtig. Ansonsten könnt ihr die Zange nicht am Wimpernansatz anlegen und knickt das Haar an der falschen Stelle.

Am besten testet ihr die Zange vor dem Kauf, da jede Augenform individuell ist. Wer beispielsweise eher kleine Augen hat und mit einer regulären Zange nicht die äußeren Härchen erwischt, für den könnte der ‘Half Lash Curler’ von MAC (ca. 23 €, siehe Bild unten) etwas sein. Da muss jeder ein wenig ausprobieren und für sich schauen, was sich angenehm anfühlt.

Wie benutze ich eine Wimpernzange richtig?

Hier scheiden sich die Geister. Ich bin überzeugt, dass eine Wimpernzange immer vor dem Auftragen der Mascara benutzt werden sollte, da sonst die Gefahr, dass die Haare brechen oder gar ausgezogen werden, erhöht ist. Darüber hinaus habe ich die Erfahrung gemacht, dass es die getuschten Wimpern verklebt. Ich finde diesen Effekt persönlich nicht schön und bevorzuge den natürlichen Look, den man kreiert, wenn man die Zange vorher zur Hand nimmt.

Aber egal für welche Variante ihr euch am Ende entscheidet, wichtig für das Ergebnis ist die Stelle an der ihr die Zange ansetzt. Sie sollte zwar dicht an den Wimpernrand reichen, allerdings nicht zu nah. Passiert letzteres nämlich, ziept und drückt es am Lid. Wer Schwierigkeiten hat die goldene Mitte zu finden, kann sich eine Vergrößerungsspiegel schnappen, so geht bestimmt nichts schief.

Habt ihr eure Wohlfühlposition gefunden, drückt ihr nicht einmal fest, sondern ruhig zwei bis dreimal. Danach könnt ihr das Ergebnis kontrollieren und gegebenenfalls erneut die Zange ansetzen. Wichtig ist nicht zu viel Druck auszuüben, um auf Dauer das Haar nicht zu beschädigen. Wer regelmäßig eine Wimpernzange benutzt, sollte ein Pflegeöl benutzen, um die Härchen geschmeidig zu halten und vor dem Abbrechen zu schützen. Ich benutze Rizinusöl aus der Apotheke. Das trage ich vor dem Schlafengehen mit einem sauberen Wimpernbürstchen auf und hat zudem einen Wimperwachstums-Effekt.

© instagram.com/tweezerman/

Wie jedes Tool, solltet ihr auch die Wimpernzange säubern. Ja es nervt. Als Erwachsene wissen wir aber spätestens seit dem ersten Besuch auf dem Amt, dass es Dinge im Leben gibt, die sein müssen. Nehmt für das Säubern einfach ein wenig Make-up Entferner und ein Wattepad – schnell und schmerzlos. Abschließend ist es noch ratsam nach einer gewissen Zeit das Kissen zu ersetzen, das sich irgendwann schlicht und ergreifend abnutzt.

Beachtet ihr diese paar Tipps, geht bestimmt nichts mehr ins Auge!

Der Wimpernzangen-Hack

Aber wer wäre ich, würde ich euch nun entlassen, ohne euch noch einen genialen Hack mit auf den Weg zu geben? Für einen besonders schönen Schwung und ein langanhaltendes Ergebnis gibt es nämlich einen Insiderrat, den ihr beachten könnt. Und zwar erzielt ihr Traumergebnisse mit der Wimpernzange, wenn ihr sie zuvor mit einem Föhn anwärmt.

Denken wir an unser normales Haarstyling, macht dieser Extra-Schritt sehr viel Sinn, immerhin bearbeiten wir unser Kopfhaar ganz selbstverständlich mit Hitze. Aber aufgepasst: Das Metall sollte natürlich nicht zu heiß werden, da sonst Verbrennungsgefahr besteht. Vor allem Girls mit geraden und nach unten stehenden Wimpern werden diesen Hack lieben. Ich weiß es.

© instagram.com/tweezerman/

#Horror: Meine schlimmste Erfahrung mit einer Wimpernzange

Ich habe euch eine Anekdote versprochen, also sollt ihr die auch bekommen. Im Grunde ist es keine große Sache, ich hätte nur beinahe ein Auge verloren. Naja, möglicherweise übertreibe ich, trotzdem kann ich mit Bestimmtheit sagen, dass ich der Gefahr ins Auge geblickt habe. Wie alt war ich? Zwölf vielleicht? Es war die Zeit der ersten heimlichen Rasur, die Zeit der gewachsten Augenbrauen, insgesamt die Zeit, in der ich ziemlich viel ausprobiert habe. Das Schönste dabei war immer mit meinen besten Freundinnen zur Dorfdrogerie, was damals noch Schlecker war, zu pilgern, um dort unser Taschengeld für ‘Jamaica Woman’ von Puma (das Gott sei Dank nicht mehr hergestellt wird), ‘Vanilla Kisses’ von Impulse (ca. 2 €) (das endlich zurück in die Hölle gehen soll) und Kosmetik auf den Kopf zu hauen.

Irgendwann viel mir dann natürlich auch eine Wimpernzange in die Hände. Mit zerrro Wissen, griff ich das gute Stück und schleppte es stolz mit nach Hause. Dort gab ich damit natürlich vor meiner kleinen Schwester an, die sehr beeindruckt war. Da ich nicht wusste, wie ich das Metallgestell benutze, beschloss ich die Zange zunächst an ihr auszuprobieren. Irgendwas schien dabei jedenfalls schief gelaufen zu sein, da sie anfing zu heulen. Erst überlegte ich sie zu hauen, was allerdings noch mehr Aufmerksamkeit auf uns gezogen hätte. Also drückte ich ihr die Zange in die Hand und erklärte ihr, sie dürfte sie an mir benutzen, wenn sie dafür aufhören würde zu weinen. Classic.

Lea fummelte mir eine Weile vor dem Auge rum, bis sie schließlich die Zange ansetzte und zudrückte. Offensichtlich war sie schon mit sieben Jahren stärker als ich, denn die Zange zerbrach in 1000 Einzelteile. Die Folge war ein Schock, Lea heulte noch lauter als zuvor und ich hatte eine Schramme unterm Auge sowie überall abgebrochene Wimpern auf dem Pulli, denn: ein Silikonkissen hatte dieses Qualitätsprodukt nicht. So lief ich gute acht Wochen wie Scare Face und nur einem Wimpernkranz herum. Auch wenn es natürlich ganz klar die Schuld meiner Schwester war, waren Wimpernzangen die nächsten Jahre für mich gestorben. Wer eine ebenso schöne Story zu Gesichtsrasierern und Kaltwachsstreifen für die Intimzone hören möchte, schreit hier.

© instagram.com/tushmagazine

3 Wimpernzangen, die ich euch ans Herz legen kann

Nr. 1 ‘Pro Master Wimpernzange’ von Tweezerman (ca. 30 €)

Bei Pinzetten und Wimpernzangen könnt ihr mit einem Modell von Tweezerman wirklich nichts falsch machen. Die Tools sind hochwertig verarbeitet und sowohl ich, als auch meine Schwester, haben immer ein Exemplar in der Kosmetik-Tasche.

Nr. 2 ‘Life Changing Lashes Eyelash Curler’ von Charlotte Tilbury (ca. 18 €)

Diese Wimpernzange biegt nicht nur die Wimpern zuverlässig, sondern sieht auch noch super schön aus. Was soll ich da sagen? Alles, was rosé-gold ist, gehört mir – das ist einfache Psychologie.

Nr. 3 ‘Black Velvet Eyelash Curler’ von Eyeko (ca. 15€)

Statt eines klassischen Scherengriffs hat der ‘Black Velvet Eyelash Curler’ von Eyeko breite Griffe. Damit ist diese Zange ein geeignetes Einsteigermodell, weil sie sehr gut in der Hand liegt und somit mehr Sicherheit und Kontrolle bietet.

Mein Fazit

Auch wenn es jetzt so scheinen mag, als wäre eine Wimpernzange den Aufwand nicht wert, kann ich euch sagen: ist sie doch. Sie macht wirklich einen enormen Unterschied beim Make-up und holt erst das volle Potential aus unseren Wimpern raus. Wer also ein paar Tricks, Tipps und Kniffe berücksichtigt, der wird sie nicht mehr aus der Hand legen und auf diesen wachen Blick verzichten wollen.